2. Eine Fellnase außer Rand und Band

2. Eine Fellnase außer Rand und Band

10. Februar 2018 4 Von Alina

Die ersten Wochen mit Rocky

Da war er nun. Rocky! Unser neues Familienmitglied. Nach einer langen Pause ohne tierischen Mitbewohner war der Moment gekommen. Nachdem wir aus dem Auto gestiegen sind und Rocky nach der halbstündigen Autofahrt ausgeschlafen war schlossen wir die Tür zu seinem neuen Zuhause auf und liefen rein. Ich dachte zuerst er würde ganz vorsichtig reinstiefeln und erstmal eine Runde alles beschnuppern – aber Pustekuchen! Kaum war er drin schon drehte er völlig durch. Vom Sessel aufs Sofa und wieder zurück, mit einem Hops in den Blumentopf und mit der Erde dann schön auf den Teppich!


Herzlich Willkommen du Chaosbündel!


Ich war heilfroh, dass er sich sofort Wohl fühlte bei uns. Sein Körbchen vom Vorbesitzer wurde im Wohnzimmer platziert und wir versuchten etwas zur Ruhe zu kommen. Da haben wir die Rechnung aber ohne Rocky gemacht. Nase auf den Boden und schnief, schnief, schnief von Zimmer zu Zimmer. Alles wurde genauestens inspiziert. Jede Ecke! So gründlich, dass er sogar unter den Betten nachschaute. Da wurde es mir schlagartig klar… ja! Jetzt hast du einen Jagdhund. Der charakterliche Unterschied zwischen einem Dobermann und einem Beagle war mir nie deutlicher als an dem Tag. Aber nicht nur das Geschnüffel und sich das „null auf mich konzentrieren“ beim Gassi gehen, sondern auch ganz heftig beim Essen wurde Rockys Wesen für mich immer klarer.


Ich habe den unloyalsten Hund überhaupt.


Er würde mich sofort ohne mit der Wimper zu zucken für ein Leckerli verkaufen. Das herauszufinden hat weniger als einen halben Tag gekostet. Die ersten Tage vergingen und die Überraschungen wurden immer größer.

Jedes Mal, wenn Rocky mal ein paar Stunden alleine zuhause war schaffte er es die Bude auf den Kopf zu stellen! Mal lagen alle Kissen im Wohnzimmer verteilt, mal zerfetzte Rocky dort eine Rolle Klopapier. Der Supergau war für mich, als er es schaffte in kürzester Zeit einen Sack Grillkohle im ganzen Haus zu verteilen! Alles schwarz. Da kam Freude auf- nicht! Die Stuhlbeine wurden zurecht gestutzt und gleiches Schicksal ereilte die Tischbeine. Rockys Hobby wurde auf die Echtholzkommode zu springen um von dort aus des Nachbars Garten aus dem Fenster zu beobachten. Langweilig wurde es jedenfalls nie. Wenn man nach Hause kam war immer der Gedanke „lass es diesmal nicht so schlimm sein“ in meinem Kopf.

 


Die Gassirunden gestalteten sich schwierig, denn wie ihr ja jetzt wisst „mein Hund ist der verfressendste ever“. Jedes Mal musste ich aufpassen, dass er sich nicht irgendwas reinstopft auf der Straße. Einmal nicht hingeschaut inhalierte er ein halbes Brötchen mit Lachs… na lecker… und ich durfte den Blähbauch eine ganze Nacht im Uhrzeigersinn massieren. Aber wenns wenigstens beim Essensabfall geblieben wäre…. es war ja noch viel schlimmer! Rocky frass die Kothaufen anderer Hunde und zur Abwechslung auch seine eigenen. Der absolute Horror! Das erklärte mir auch warum der kleine Mann am Tag bis zu neun mal sein großes Geschäft verrichtete. Irgendwas lief da ganz und gar nicht richtig. Aber was? Also ab zum Tierarzt. Wie uns der Vorsitzer weismachen wollte, dass er alle Impfungen und Wurmkuren hatte wars dann leider doch nicht! Es fehlte ihm mit sechs Monaten nahezu jede Vorsorge und Schutz. Ich war wirklich schockiert. Wir wollten Rocky so sehr zu uns holen, dass wir dieses Thema nur kurz angeschnitten haben. Zum Glück hatte er nicht irgendwelche schlimme Krankheiten die uns vorenthalten worden sind. Mehrere Hundert Euro ärmer und eine Tasche voller Wurmkuren ging es dann Heim. Die Würmer wurde Rocky los aber das Haufenfressen leider nicht.

Wie wir dieses Problem in den Griff bekommen haben findet ihr in meinem kommenden Blogpost!