Es ist nicht alles Gold was glänzt

Es ist nicht alles Gold was glänzt

5. Februar 2018 2 Von Alina

Wir klicken uns durch die virtuelle Welt und stoßen immer wieder auf Influencer. So denken wir es jedenfalls. Eine hohe Anzahl von Followern und schöne Bilder. Doch Influencer ist nicht gleich Influencer. Festzustellen, wer wirklich beeinflusst, ist für den Laien manchmal sehr schwer. Auch Unternehmen, die sich noch nicht wirklich mit dem Thema Influencer Marketing beschäftigt haben stoßen bei manchem Accounts an ihre Grenzen. Dabei ist es auch nicht für jede Branche und Marke sinnvoll durch Influencer zu werben. Wenn das Produkt jedoch visuell greifbar ist und im Mittelpunkt stehen soll ist es in jedem Fall lohnenswert sich mit dieser neuen Marketingoption näher zu befassen. Gerade bei Instagram, der Bilderapp schlechthin zählen Fotos und der Content wie bei kaum einem anderen Social Medial-Kanal. Die meisten unserer Freunde haben ihren eigenen Instagram Account und folgen fleißig Seiten die sie interessieren. Während hingegen bei Facebook die nervende Werbung oftmals ausgeschaltet wird freut man sich, wenn ein bekanntes Gesicht das ein oder andere Produkt vorstellt. Von Werbemüdigkeit ist bei Influencern keine Spur zu sehen. Seitdem die Storys a la Snapchat eingeführt worden sind, findet man als Follower immer neue „Unboxing Videos“ und ausführliche Produktvorstellungen. Das Contentmarketing ist nicht mehr wegzudenken aus der bunten Instagramwelt. Und ab und an wird dann aus einem gewöhnlichen Follower ein Konsument. Ziel erreicht. Anstatt öde Werbesologans zu lesen wird man mitgenommen. Nicht nur zum Beitragspost, sondern hinter die Kulissen in der jeweiligen Story. Die Follower vertrauen auf die Empfehlungen ihrer abonnierten Instastars. Aber um nochmal auf das Problem mit den falschen Influencern zurück zukommen und etwas Licht ins Dunkle zu bringen, kann man dies sehr schön an einigen KPI´s aufzeigen. Wie bereits zu Beginn angesprochen ist das erste Indiz für einen erfolgreichen Influencer seine Reichweite. Ein Instagramer mit 100k sieht auf den ersten Blick natürlich viel erfolgreicher aus, als einer mit 50k. Doch so einfach wie es scheint ist es freilig nicht. Vertraut man blind auf die bloße Zahl wird man schnell enttäuscht sein. In einer Studie des SRF kaufen die „erfolgreichen“ Instagramer einen Großteil ihrer Follower einfach dazu: https://www.srf.ch/news/schweiz/fake-followers-viel-schein-in-der-influencer-welt

Darauf angesprochen stritten alle Blogger diese Anschuldigung von sich. Auch uns normalen Instagramern folgen ab und an Fake Accounts und Like Bots. Doch bei weitem nicht in diesem Ausmaß. Also was tun um den richtigen Influencer zu finden? Inzwischen hat sich eine ganze Branche entwickelt die dem Problem auf die Schliche geht. Viele Agenturen machen nichts anderes mehr als Accounts auszuwerten. Auch Online Portale wie Squarelovin, Iconosquare und Influencerdb analysieren und geben Informationen die wirklich hilfreich sind. Ein absolutes muss für Unternehmen. Für Follower ist sowas nur mäßig spannend. Man folgt aus Interesse an einer Person, an den Posts und wie der Instagramer es verpackt. Statistiken über diese Punkte kann man schwer führen.

Sommer 2017, Burano

Neben der Reichweite geht es um die richtige Zielgruppe und die Authentizität. Die Glaubwürdigkeit muss hier im Vordergrund stehen. Während man bei mega Influencern mit über 100k meist eine verschwindend geringe Engagementrate hat, wird es bei micro Influencern, welche mit oftmals mehr als 9k, viel persönlicher. Hier stimmt die Interaktionsrate meist besser überein. Egal für welchen Account man sich letztlich entscheidet, mehr als 4 % Engagementrate sollte es schon mindenstens sein. Denn nicht nur Follower kann man sich kaufen, sondern auch Likes. Doch was etwas schwieriger wird ist sinnvolle Kommentare zu den Posts zu bekommen. Hier kann man schon ganz leicht die Fakes erkennen. Nur wirkliche Follower lesen sich den Content durch und kommentieren sinngemäß. Einen guten Influencer erkennt man also tatsächlich nicht nur an seiner Reichweite. Wer nach einem sinnvollen Kooperationspartner oder Instagramer sucht, der findet neben einer beeindruckenden Followerschaft auch viele Likes und passende Kommentare. Doch letztlich bringen einem die vielen KPI´s nichts, wenn man einem Instagramer aus anderen Gründen folgt. Viele folgen aus dem Bauchgefühl heraus, weil einem die Person sympatisch ist oder inspiriert. Schöne Bilder reichen auch dem ein oder anderen. Gleiches gilt oftmals auch für die Kaufentscheidung. Die wenigsten kaufen wirklich nur das was sie tatsächlich brauchen. Triggert man einen neuen Kaufwunsch, wird dieser früher oder später erfüllt. Durch die speziellen Rabattcodes der jeweiligen Instagramer bekommt man als Follower ein gutes Gefühl, dass an einen gedacht wurde. Man wird informiert, bekommt eine Vergünstigung und kann frei entscheiden, ob das vorgestellte Produkt was für einen ist. Wenn nicht, klickt man einfach weiter. Doch nicht jedes Produkt was einem da vor die Nase gehalten wird ist ein gutes.

Warum es so wichtig ist, nicht mit jedem eine Kooperation einzugehen und gezielt Produkte auszuwählen, die auch die Follower interessieren findet ihr demnächst in meinem neuen Blogpost.