Sponsoring Fails

Blogger Geschenke aus der Sicht eines Nicht-Bloggers

„Na hast du wieder was geschenkt bekommen?“

Ein Satz der jeden Blogger zum Kopfschütteln bringt. Ehrlich jetzt? Muss ich das nun erklären? Normalerweise sage ich dazu nichts, denn dieser Satz ist schlicht provokant und bringt nichts als hate und Neid. Für jemanden der keine Ahnung hat was und wie die Arbeit eines Bloggers ist scheint der Anblick von Paketen und Sendungen wohl zu großer Missgunst zu führen. Daher muss ich wohl wohl mal von gaaaaanz vorne ausholen. Mal ganz davon abgesehen, dass Geschenke in meinen Augen etwas sind was man bekommt ohne eine Gegenleistung dafür zu erbringen.

Wie wurde ich zu einem Blogger?

Unverhofft kommt oft. Ich bin nicht morgens aufgewacht und habe beschlossen Blogger zu werden. Alles fing Anfang 2016 an, als ich für Rocky einen Instagram Account erstellt habe. Nach und nach folgten mir immer mehr Abonnenten. Nicht von heute auf morgen! Auch da steckte tägliche Arbeit drin. Tag für Tag. Auch im Urlaub, zu Ostern und an Weihnachten. Über ein ganzes Jahr später habe ich erst begonnen mit Unternehmen zu kooperieren. Damals hatte ich um die 15k Follower. Inzwischen arbeite ich im Marketing für einige Firmen und manage zum Teil auch deren Instagram Accounts. Was sich da an Dreistigkeit zusammensammelt hätte ich niemals gedacht. Wie denn auch? Bisher kannte ich nur die Sicht eines Bloggers. Aus Unternehmenssicht werde da Abgründe geöffnet von denen ich in diesem Blogpost erstmal nicht weiter eingehen möchte.

 

Erste Kooperationen

Die ersten Kooperationen waren total spannend und aufregend. Klar habe ich mich informiert was ich im Gegenzug für die Produkte an Arbeit abliefern muss aber, ob das alles so richtig war habe ich mich trotzdem immer wieder gefragt. Und da kommt eben auch schon der erste Punkt. Gegenleistung!

Umsonst gibts nichts! Auch keine Geschenke!

Einfaches Prinzip. Leistung und Gegenleistung. Wenn mich Päckchen erreichen, dann zu 99%, weil wir zusammenarbeiten. Manchmal landet im Briefkasten ein Guerilla Paket was äußerst selten vorkommt. Der Umfang meiner Leistung für das Produkt ist vorher abgeklärt und ich weiß worauf ich mich einlasse. Auch hier steckt Arbeit drin. Eine Story mit 10 Slides abzudrehen dauert bis zu 30 Minuten. Die Firma muss getagged werden, alles als Werbung markiert werden und ich schreibe auch gerne mal 1-2 Stichworte mit dazu für alle mal eben kurz drüber wischen oder sich das Ganze ohne Ton anschauen. Meistens erarbeite ich mir ein kurzes Konzept mit den Bulletpoints. Aber bei Storys bleibt es selten. Meistens wird auch ein Feed Post gewünscht. Ein Bild ist nicht mal eben schnell geknipst. Es muss für mich immer eine Geschichte erzählen und zu uns passen. Die Vorbereitungen sind vom Zeitaufwand sehr unterschiedlich aber im Schnitt kostet mich ein Bild mit Bearbeitung und Text gute 2-3 Stunden. Meistens nehme ich mir am Wochenende einen ganzen Tag für Shootings/ Bearbeitung, Texte, Emails, Bilder sortieren… irgendwie fällt einem immer wieder ein was man noch machen muss. Manchmal muss ich auch passendes Equipment kaufen oder basteln. Alleine für meine Bild Bearbeitungssoftware zahle ich jeden Monat 12 Euro. Es spielt viel mehr rein als ein Außenstehender sieht.

Alles muss versteuert werden

„Geschenke“ müssen auch versteuert werden. Jedes einzelne Produkt was mir zugeschickt wird muss als Einnahme registriert und versteuert werden. Auch wenn es kostenlos als Sponsoring zugesendet wurde. Viele wissen das garnicht. Aber das sollte jeder Blogger wissen, gerne auch ein Nicht-Blogger. Es ist immer so schön einen unnötigen Kommentar von der Seite abzugeben, von Dingen die man nicht versteht.

Abonnenten Schwund

Kurz anschneiden möchte ich noch das Thema Wachstum. Besonders seit dem neuen Algorithmus ist es kaum möglich einen Post abzusetzen ohne nicht gleichzeitig aktiv zu sein. Die Reichweite stetig oben zu halten und besser noch zum wachsen zu bringen ist eine Mammut Aufgabe. Nicht nur mir geht es so, sondern auch vielen anderen Instagramern.