under pressure – Social Media Druck

under pressure – Social Media Druck

23. Januar 2018 4 Von Alina

Die immer gut gelaunte, glänzende Instawelt. Jeden Tag ein neuer Post. Neue Gedanken, neue Themen und neue Inspirationen. Wenn mich Leute manchmal drauf ansprechen, was ich so in meiner Freizeit mache staunen die nicht schlecht. Denn fast jede freie Minute verbringe ich inzwischen mit der Vor- und Nachbereitung von Rockys Instagram Beiträgen. Hinter jedem Beitragspost steckt Arbeit. Und das nicht zu wenig. Bei jedem Beitrag muss der Content stimmen. Oftmals spreche ich schon bestimmte Themen bei den Beiträgen an aber manchmal lasse ich dies offen für spontanes. Etwas was mich gerade bewegt oder in der Welt passiert ist. Aber neben dem Content ist das Bild fast noch wichtiger, denn die wenigsten nehmen sich die Zeit einen Text zu lesen. Somit ist kann der Anspruch immer neue perfekte Bilder zu machen ziemlich anstrengend sein. Es spielen viele Faktoren hinein. Das Licht muss stimmen. Am besten Tageslicht. Aber wie zum Teufel soll man das unter der Woche mit einem Vollzeitjob bewerkstelligen? Und das auch noch im Winter wo sich das Grau mit dem Regen und der Dunkelheit zu einer deprimierenden Masse verbindet.

Ohne Disziplin und sowas wie eine Agenda oder einen Plan würde es nicht funktionieren. Und ich muss auch ehrlich zugeben, dass es nicht jedes mal Spaß macht seine komplette Freizeit zu opfern und nach der Arbeit hier weiter zu arbeiten. Und neben dem virtuellen Leben auf den social-media Kanälen hat man noch ein echtes Leben. Ich bin kein Vollzeit Blogger oder Influencer. Ich habe einen Job und zwar Vollzeit! Ich bin ja schon heilfroh, dass Rocky mich zur Arbeit begleiten darf und wir zusammen den Tag verbringen können. Aber sobald die Arbeitszeit rum ist beginnt die neue Arbeitszeit in der virtuellen Welt. Da muss man schon das ein oder andere Mal abwägen, ob man in seiner Freizeit an den Beiträgen und Blogposts arbeitet oder einfach mal gaaaaaanz lange spazieren geht und abschaltet.

An manchen Tagen bin ich wirklich fleißig und an anderen eher faul. Im Schnitt arbeite ich 2 Stunden am Tag für diesen Account. Um immer auf dem laufenden zu sein scrolle ich jeden Abend alles durch und lese die vielen Beiträge von den Accounts denen ich folge. Ich like, kommentiere, lese und finde immer wieder neue Accounts die ich interessant finde. Trotzdem habe ich am Ende des Tages oftmals das Gefühl nichts geschafft zu haben.  Nicht genug liked, kommentiert und gelesen zu haben. Und wenn ich mir die vielen tollen Bilder auf Insta anschaue fange ich schon mal an an mir zu zweifeln. Meine Bilder sind nicht gut genug. Die Qualität zu schlecht. Der Content zu flach. Ich muss mir noch mehr Mühe geben und alles besser machen… Ständig verspüre ich diesen Druck. Aber mache ich ihn mir selbst oder ist er wirklich da? Ich glaube die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, denn es trifft sicherlich beides irgendwie zu.

Manchmal macht es mich wahnsinnig.

Als sich alle mit Weihnachtsbildern überschlagen haben sagte ich STOP. Ich habe mir bewusst eine zweiwöchige Auszeit genommen und bin abgetaucht. Zwei Wochen kein social-media. Unmöglich? Blödsinn! Das ging sehr gut. Und es tat auch sehr gut. Ich kann es nur jedem empfehlen. Es müssen ja nicht gleich zwei Wochen sein aber vielleicht ein paar Tage Social Media Detox. Wir haben es genossen und sind ganz ohne Weihnachtsbilder ins neue Jahr gestartet.

Als ich Rockys Profil vor knapp zwei Jahren erstellt habe hätte ich mir niemals träumen lassen, dass daraus mal sowas großes wird. Ich habe zwar kontinuierlich Bilder hochgeladen aber das ganze nicht so ernst genommen. Doch je größer der Account wurde desto mehr wollte ich mich verbessern. Aus Schnappschüssen wurden immer bessere Bilder. Das Highlight war für mich die Anschaffung meiner ersten Spiegelreflex Kamera. Damit habe ich mir einen schon lange gehegten Traum erfüllt. Und hier kommt wieder das Gute raus. Ich arbeite an mir und verbessere mich. Das kann an manchen Tagen wirklich anstrengend und frustrierend sein. Aber wenn es mir nicht auch Spaß machen würde, müsste ich hier wohl kapitulieren. Natürlich sehe ich den Unterschied zwischen der realen Welt und der virtuellen, doch die Grenze ist manchmal fließend. Der Kontakt und der Austausch zu den vielen lieben Hundebesitzern gibt mir einfach so viel zurück. Hinter jedem Account steht eine Geschichte von einem Vierbeiner und seinen Menschen. Und das ist etwas was wir hier alle nicht vergessen dürfen. 

 

Ich freue mich sehr über eure Erfahrungen zu diesem Thema.